
Mit unseren Seneca Fragen wollen wir unsere Dozenten ein wenig persönlicher kennenlernen. Heute treffen wir Katrin Pohlmann die unser Modul „Arbeit mit Kindern von 7 bis 10“ leitet. Katrin hat die seltene Gabe, Leute – groß wie klein – zu fesseln und sie in ihre Tanzwelt zu begleiten, so dass jeder sich sofort wohlfühlt und entfalten kann.
Vielen Dank an Katrin für deine sehr persönliche Antworten und deinen wunderbaren Unterricht!
Warum bist Du Tanzpädagogin geworden?
Mit 10 Jahren habe ich angefangen zu tanzen und schon bald war für mich klar, dass ich einmal genau das machen möchte, was meine damalige Lehrerin war, sie hat für mich geleuchtet wie ein Engel und hat es so wunderbar verstanden mit Tanz mein Herz zu berühren.
Ich wollte mich mit Bewegung ausdrücken … und ich wollte die Freude an dieser Bewegung vermitteln. Also habe ich diesen Weg eingeschlagen und wurde Tänzerin und Tanzpädagogin.
Welche ist deine schönste Erinnerung?
Es gibt viele schönste Erinnerungen und es kommen immer wieder neue hinzu. Zu sehen wie sich die Menschen, egal ob groß oder klein durch den Tanz öffnen ist wunderbar. Einmal kam eine Mutter zu mir und bedankte sich sehr herzlich bei mir dafür, dass Ihre kleine Ronja endlich frech geworden sei, Ronja war immer sehr in sich gekehrt. Ein anderes Mal kam eine Schülerin zu mir und verkündete mir voller Stolz dass sie sich beruflich total verändere und damit sehr glücklich sei, das habe sie auch dem Tanzunterricht zu verdanken. Es ist schön zu erleben, wie die Menschen sich entfalten.
Welche ist deine schlimmste Erinnerung ?
Als ich in einer Gesellschaftstanzschule unterrichtet habe, hat mich der Senior Chef auf Steptanz- Workshops geschickt, ich hatte vorher noch nie Stepschuhe unter meinen Füßen. Es hat mir unglaublich gut gefallen, doch der anschließende Auftrag lautete Steptanz für Fortgeschrittene zu unterrichten, es kamen viele Schüler einer Ballettschule, die dort schon seit Jahren mit den Hufen klapperten. Mir rutschte das Herz echt in die Hose, ich hab die Situation gerettet, in dem ich die technischen Grundschritte mit tänzerischen Elemente mischte. Das war eine große Abwechslung für die Schüler, da sie vorher nur trockene Technik lernten. Letztlich hat sich die Angst zu versagen als Grundlos erwiesen.
Was macht für Dich einen guten Tanzunterricht aus?
Mir ist es wichtig, dass der Lehrer einen Raum erstellt in dem die Schüler sich wohl fühlen, also eine gewisse Atmosphäre ist der Ausgangspunkt. Dann liebe ich es wenn alles im fließen ist, die Schüler möglichst immer aktiv sind, ob mit dem Körper, der Wahrnehmung, im Umgang miteinander oder im lösen von Aufgaben. Mir geht es darum den Schülern durch üben die notwendige Sicherheit zu vermitteln und trotzdem so viel Freiheit zu lassen, dass sie dem inneren Impuls folgen können um Ihren ganz eigenen Ausdruck zu finden.
Wenn die/der Tanz Lehrende mit Hingabe und Spaß bei der Sache ist, kann er seine Schüler mitreißen.
Hast Du Vorbilder?
Doris Humphry Limon, Meredith Monk, Joshi Oida, Sidi Larbi Cherkaoui…
Was sollte ein Kind aus dem Tanzunterricht mitnehmen?
Ein Lachen, Selbstbewusstsein, den achtsamen Umgang mit sich und anderen, die Freude sich mit eigenen Bewegungen auszudrücken.
Was sollte ein Seneca-Teilnehmer mitnehmen?
Die Fähigkeit eine Schatzkiste voller Werkzeuge und Ideen zu öffnen und daraus Ihren ganz eigenen Unterrichtsstil zu entwickeln, Verantwortung und viel viel Spaß an dem was sie vermitteln wollen.
Katrin Pohlmann ist Freie Pädagogin und Choreographin. Nach einer Ausbildung zur staatlich anerkannten Gymnastiklehrerin (Doris- Reichmann Hannover) zur Bühnentänzerin (Dance Center Ivanson München, Rotterdamse Dansakademie und einem zweijährigen Studienaufenthalt in New York, Amsterdam und Wien) ist sie Dozentin am Theaterpädagogischen Fachforum Sichten VIII., am Dock11, am Tusch-Theater, an der Evangelische Hochschule Berlin und an verschiedenen Schulen in und außerhalb Berlins .